{"id":3144,"date":"2025-05-13T11:18:07","date_gmt":"2025-05-13T11:18:07","guid":{"rendered":"https:\/\/cybersecurityinfocus.com\/?p=3144"},"modified":"2025-05-13T11:18:07","modified_gmt":"2025-05-13T11:18:07","slug":"iam-2025-diese-10-trends-entscheiden-uber-ihre-sicherheitsstrategie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cybersecurityinfocus.com\/?p=3144","title":{"rendered":"IAM 2025: Diese 10 Trends entscheiden \u00fcber Ihre Sicherheitsstrategie"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"grid grid--cols-10@md grid--cols-8@lg article-column\">\n<div class=\"col-12 col-10@md col-6@lg col-start-3@lg\">\n<div class=\"article-column__content\">\n<div class=\"container\"><\/div>\n<div class=\"extendedBlock-wrapper block-coreImage undefined\">Die Kernaussage der EIC Conference 2025: IAM ist ein ganzheitlicher Architekturansatz und kein Toolset. \n<p class=\"imageCredit\">Zolak \u2013 shutterstock.com<\/p>\n<\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/www.csoonline.com\/de\/identity-and-access-management\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Identity &amp; Access Management <\/a>(IAM) ist nicht l\u00e4nger eine Frage der Tool-Auswahl, sondern der Architektur. Diese Kernaussage pr\u00e4gte die <a href=\"https:\/\/www.kuppingercole.com\/events\/eic2025\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">European Identity and Cloud Conference 2025<\/a>, die vom 6. bis 9. Mai in Berlin stattfand. Mit \u00fcber 1.500 Teilnehmern, 300 Rednern und 230 Sessions und zahlreichen Deep Dives zu Identity-Governance, Orchestrierung, Compliance und Security-Trends wurde klar: IAM steht an einem Wendepunkt. Wer weiterhin punktuelle Einzell\u00f6sungen verfolgt, verliert Geschwindigkeit, \u00dcbersicht und regulatorische Standfestigkeit.<\/p>\n<p>Im Zentrum vieler Diskussionen stand der neue <strong>Leadership Compass \u201cIdentity Fabrics\u201d<\/strong> von KuppingerCole. Statt punktueller Projekte fordert er eine konsistente, gesch\u00e4ftsmodell\u00fcbergreifende Identit\u00e4tsarchitektur. Diese Struktur ist mehr als ein Framework: Sie liefert ein Betriebssystem f\u00fcr digitale Identit\u00e4t \u2013 und macht IAM zu einer tragenden S\u00e4ule jeder Transformationsstrategie.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was ist eine Identity Fabric?<\/strong><\/h2>\n<p>Eine Identity Fabric ist ein ganzheitlicher Architekturansatz, der alle relevanten Identit\u00e4ts- und Zugriffsfunktionen \u2013 von Authentifizierung, Autorisierung und Provisionierung bis hin zu Governance, Secrets Management und Threat Detection \u2013 als lose gekoppelte Services orchestriert. Der Clou: Sie funktioniert \u00fcber Organisationseinheiten, Benutzergruppen und Maschinenidentit\u00e4ten hinweg.<\/p>\n<p>Die Identity Fabric ist modular, API-first, cloud-native \u2013 und bereit f\u00fcr alles vom einfachen Joiner-Prozess bis hin zur komplexen CIAM-Strategie im hochregulierten Finanzsektor.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zehn Dinge, die Sie von der EIC 2025 mitnehmen sollten<\/strong><\/h2>\n<p><strong>1. IAM ist Architektur, kein Toolset:<\/strong><br \/>Die gro\u00dfe Innovation liegt nicht in neuen Funktionen, sondern in der Verbindung bestehender Bausteine. Nur wer IAM als durchgehende Architektur versteht, kann agil, sicher und Compliance-konform skalieren. Das betrifft nicht nur die technische Ebene, sondern auch Prozesse, Rollenmodelle und Organisationsstrukturen. Die Konvergenz von IT, OT und CIAM erfordert eine durchdachte, anpassbare Identit\u00e4tsarchitektur, die auch Legacy-Systeme integriert. Identity Fabrics bieten genau diese Flexibilit\u00e4t und erm\u00f6glichen die sichere, zentrale Steuerung von Identit\u00e4ten \u00fcber hybride Infrastrukturen hinweg.<\/p>\n<p><strong>2. KI ist Pflichtprogramm, nicht K\u00fcr<\/strong>:<br \/>K\u00fcnstliche Intelligenz ist integraler Bestandteil moderner IAM-Plattformen. Sie hilft, Zugriffsrisiken zu bewerten, Verhaltensmuster zu analysieren und automatisierte Entscheidungen in Echtzeit zu treffen. Besonders wichtig ist der Einsatz von KI in ITDR-Kontexten \u2013 etwa zur Erkennung privilegierter Eskalation oder lateralem Movement im Netzwerk. Unternehmen setzen KI ein, um den steigenden Anforderungen aus Compliance, Geschwindigkeit und Skalierung gerecht zu werden. Die Herausforderung liegt in der Governance: Nur auditierbare, transparente KI wird langfristig akzeptiert und regulatorisch tragf\u00e4hig sein.<\/p>\n<p><strong>3. Zero Trust wird zur messbaren Praxis<\/strong>:<br \/><a href=\"https:\/\/www.csoonline.com\/article\/3491851\/was-ist-zero-trust.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zero Trust <\/a>hat sich von einer Sicherheitsphilosophie zu einer umsetzbaren Architektur entwickelt. Unternehmen implementieren zunehmend Identity-Centric Security, bei der jede Zugriffsanfrage unabh\u00e4ngig von Standort, Netzwerk oder Ger\u00e4t streng \u00fcberpr\u00fcft wird. Die EIC zeigte Praxisbeispiele, in denen kontinuierliche Verifikation, dynamische Risikoanalyse und fein granular definierte Policies zentral verwaltet werden. Wichtig ist: Zero Trust funktioniert nur auf Basis eines sauberen Identit\u00e4tsfundaments, das in Identity Fabrics nativ verankert ist. Damit wird Sicherheit nicht mehr am Netzwerkperimeter, sondern direkt am Identit\u00e4tskern operationalisiert.<\/p>\n<p><strong>4. eIDAS 2.0 bringt Identit\u00e4ts-Wallets in den Alltag<\/strong>:<br \/>Mit <a href=\"https:\/\/www.digitale-verwaltung.de\/Webs\/DV\/DE\/digitale-identitaeten\/eidas-2-0\/eidas-2-0-node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">eIDAS 2.0<\/a> schafft die Europ\u00e4ische Union erstmals einen verbindlichen Rahmen f\u00fcr digitale Identit\u00e4ts-Wallets. B\u00fcrger sollen ihre Identit\u00e4tsnachweise k\u00fcnftig sicher auf dem Smartphone verwalten und organisations\u00fcbergreifend einsetzen k\u00f6nnen. Auf der EIC 2025 wurden erste Projekte und Prototypen vorgestellt \u2013 etwa f\u00fcr digitale F\u00fchrerscheine, Kontoer\u00f6ffnungen oder den Zugang zu eGovernment-Services. F\u00fcr Unternehmen bedeutet das: Sie m\u00fcssen ihre IAM-Systeme rechtzeitig auf den Empfang, die Validierung und die Verwaltung von Verifiable Credentials vorbereiten. Der Trend zur dezentralen, nutzerkontrollierten Identit\u00e4t ist nicht mehr aufzuhalten \u2013 auch wenn technologische und rechtliche H\u00fcrden bestehen.<\/p>\n<p><strong>5. Adaptive Authentifizierung ersetzt starre Logik<\/strong>:<br \/>Statische Policies und generische <a href=\"https:\/\/www.csoonline.com\/article\/3494878\/zugriffe-sicher-verwaltenmfa-bietet-trugerische-sicherheit.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MFA<\/a>-Ans\u00e4tze reichen 2025 nicht mehr aus. Adaptive Authentifizierung kombiniert kontextbezogene Faktoren wie Standort, Ger\u00e4tetyp, Login-Historie und Tageszeit, um risikoangepasste <a href=\"https:\/\/www.csoonline.com\/article\/3980094\/so-schutzen-zugriffskontrollen-vor-ransomware.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zugriffskontrollen <\/a>in Echtzeit umzusetzen. Dabei werden Nutzer mit geringem Risiko fl\u00fcssig durchgeleitet, w\u00e4hrend bei Auff\u00e4lligkeiten zus\u00e4tzliche Pr\u00fcfungen ausgel\u00f6st werden. Die Folge: eine deutlich verbesserte User Experience bei gleichzeitiger Erh\u00f6hung des Sicherheitsniveaus. In Kombination mit KI-basierten Risikobewertungen wird Adaptive AuthN zur neuen Basis jeder Identity-Strategie.<\/p>\n<p><strong>6. Der Identity Lifecycle braucht JML-Intelligenz<\/strong>:<br \/>Joiner, Mover, Leaver \u2013 diese drei Phasen bestimmen, wie sicher, effizient und compliant der Umgang mit digitalen Identit\u00e4ten ist. Dennoch sind Onboarding- und Offboarding-Prozesse in vielen Organisationen immer noch manuell, fehleranf\u00e4llig oder isoliert. Die EIC 2025 zeigte Best Practices f\u00fcr die Automatisierung dieser Kernprozesse: von der initialen Identit\u00e4tspr\u00fcfung \u00fcber rollenbasierte Zugriffszuweisung bis hin zur sofortigen Rechteentziehung beim Austritt. Besonders im KRITIS- und Finanzbereich ist JML-Automatisierung ein Muss, um regulatorische Vorgaben wie <a href=\"https:\/\/www.csoonline.com\/article\/3494286\/nis2-dora-data-act-co-die-wichtigsten-security-gesetze-im-uberblick.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">NIS2 oder DORA<\/a> zu erf\u00fcllen. Smarte IAM-Systeme bieten daf\u00fcr Templates, Workflows und Kontrollfunktionen \u2013 eingebettet in die Identity Fabric.<\/p>\n<p><strong>7. Maschinenidentit\u00e4ten m\u00fcssen gemanagt werden<\/strong>:<br \/>Mit der zunehmenden Digitalisierung w\u00e4chst die Anzahl nicht-menschlicher Identit\u00e4ten \u2013 von <a href=\"https:\/\/www.csoonline.com\/article\/3495459\/iot-devices-security-herausforderungen-und-losungen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IoT-Ger\u00e4ten<\/a> \u00fcber APIs bis zu containerisierten Microservices. Diese Maschinenkonten verf\u00fcgen oft \u00fcber weitreichende Berechtigungen, werden aber selten so streng kontrolliert wie Benutzerkonten. Die EIC zeigte auf, wie sich Maschinenidentit\u00e4ten mit Lifecycle-Management, Secrets Rotation, Zertifikatsverwaltung und Zugriffstransparenz besser absichern lassen. Besonders kritisch: verwaiste Credentials und statische API-Keys, die zu Angriffspunkten werden k\u00f6nnen. Wer Maschinenidentit\u00e4ten nicht mitdenkt, riskiert ein massives Schatten-IT-Problem in seinem IAM-System.<\/p>\n<p><strong>8. Post-Quantum-Kryptographie r\u00fcckt ins Blickfeld<\/strong>:<br \/>Mit den Fortschritten im <a href=\"https:\/\/www.csoonline.com\/article\/3846875\/quantenschlussel-aus-der-sicht-des-ciso.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quantencomputing<\/a> r\u00fcckt das Ende klassischer Public-Key-Kryptografie n\u00e4her. Unternehmen, die auf asymmetrische Verfahren wie RSA oder ECC setzen, m\u00fcssen ihre Infrastrukturen auf krypto-agile Alternativen vorbereiten. Die EIC 2025 zeigte konkrete Roadmaps zur Integration postquantensicherer Algorithmen in bestehende IAM-Prozesse. Dabei geht es nicht nur um technische Machbarkeit, sondern auch um die Bewertung der Lebensdauer bestehender Schl\u00fcssel, Migrationspl\u00e4ne und Compliance-Anforderungen. Fr\u00fchzeitige Planung entscheidet dar\u00fcber, ob Organisationen regulatorisch und operationell mithalten k\u00f6nnen, wenn die Quanten\u00e4ra Realit\u00e4t wird.<\/p>\n<p><strong>9. Ethik in der KI ist Teil der Sicherheitsstrategie<\/strong>:<br \/>Der Einsatz von KI im Identit\u00e4tsmanagement wirft neue ethische Fragen auf \u2013 insbesondere bei der Bewertung von Nutzerverhalten, der Vergabe von Risikowerten oder der automatisierten Vergabe von Zugriffsrechten. Die EIC 2025 betonte, dass Vertrauen nur durch Transparenz, Fairness und erkl\u00e4rbare Entscheidungen entsteht. Unternehmen m\u00fcssen sicherstellen, dass ihre KI-Modelle auditierbar sind, Verzerrungen erkennen und regulatorisch belastbar bleiben. Zudem braucht es Governance-Prozesse f\u00fcr den gesamten Lebenszyklus KI-gest\u00fctzter IAM-Entscheidungen \u2013 von der Modellbildung bis zur Abschaltung. Trustworthy AI ist keine Option, sondern Voraussetzung f\u00fcr die Akzeptanz moderner Sicherheitsarchitekturen.<\/p>\n<p><strong>10. IAM wird zur Leadership-Aufgabe<\/strong>:<br \/>Identity and Access Management hat sich von einem technischen Unterfangen zu einem gesch\u00e4ftskritischen Steuerungsinstrument entwickelt. Die EIC 2025 zeigte deutlich: Ohne strategisches Ownership durch CIOs, CISOs oder CIDOs bleiben IAM-Initiativen fragmentiert und ineffizient. Moderne Identit\u00e4tsarchitekturen beeinflussen alles \u2013 von der User Experience \u00fcber regulatorische Resilienz bis hin zur Markteinf\u00fchrung neuer digitaler Services. IAM geh\u00f6rt deshalb in den Vorstand, nicht nur in die IT-Abteilung. Wer das Thema strategisch verankert, schafft Skalierbarkeit, Vertrauen und Sicherheit in einem.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fazit<\/strong><br \/><\/h2>\n<p>Die EIC 2025 war kein Branchentreffen wie jedes andere. Sie war ein Realit\u00e4tscheck f\u00fcr den Umgang mit Identit\u00e4t im digitalen Zeitalter. Der neue Standard hei\u00dft: Denk in Fabrics, nicht in Produkten. Wer heute seine Identit\u00e4tsarchitektur nicht strategisch ausrichtet, wird morgen regulatorisch, betrieblich oder sicherheitstechnisch zur\u00fcckfallen. (jm)<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kernaussage der EIC Conference 2025: IAM ist ein ganzheitlicher Architekturansatz und kein Toolset. Zolak \u2013 shutterstock.com Identity &amp; Access Management (IAM) ist nicht l\u00e4nger eine Frage der Tool-Auswahl, sondern der Architektur. Diese Kernaussage pr\u00e4gte die European Identity and Cloud Conference 2025, die vom 6. bis 9. Mai in Berlin stattfand. Mit \u00fcber 1.500 Teilnehmern, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":3145,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-3144","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-education"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/cybersecurityinfocus.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3144"}],"collection":[{"href":"https:\/\/cybersecurityinfocus.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/cybersecurityinfocus.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cybersecurityinfocus.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3144"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/cybersecurityinfocus.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3144\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cybersecurityinfocus.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/3145"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/cybersecurityinfocus.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3144"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/cybersecurityinfocus.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3144"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/cybersecurityinfocus.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3144"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}